{"id":139,"date":"2019-03-27T14:13:30","date_gmt":"2019-03-27T13:13:30","guid":{"rendered":"https:\/\/mathildezeidler.de\/?page_id=139"},"modified":"2019-09-18T17:35:04","modified_gmt":"2019-09-18T15:35:04","slug":"kurzgeschichten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/mathildezeidler.de\/?page_id=139","title":{"rendered":"Kurzgeschichten"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/mathildezeidler.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Mauerlieben-Mathilde-Zeidler.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-220\" width=\"179\" height=\"218\" srcset=\"https:\/\/mathildezeidler.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Mauerlieben-Mathilde-Zeidler.jpg 427w, https:\/\/mathildezeidler.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Mauerlieben-Mathilde-Zeidler-247x300.jpg 247w\" sizes=\"(max-width: 179px) 100vw, 179px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Mauerlieben,\u00a028 Berliner Liebesgeschichten vom Mauerbau bis Mauerfall<\/strong>, <\/p>\n\n\n\n<p>2010 bis 2016, im R.G. Fischer Verlag. Es handelt von Menschen aus der Zeit, als die Mauer Ost- und Westberlin teilte. Vor jede Geschichte habe ich die politische Situation Ost- und Westdeutschlands vorangestellt.\u00a0Das Buch kann nur noch \u00fcber mich bezogen werden. Eine Neuauflage ist angedacht. <\/p>\n\n\n\n<p>Rezensionen waren\nim Vorw\u00e4rts Verlag und&nbsp;in der Freien Psychotherapie erschienen. Ich erz\u00e4hle\nvon Menschen und ihren Schicksalen, von ihren&nbsp;\u00c4ngsten, Schw\u00e4chen und\nSt\u00e4rken und \u2013 von ihrer Liebe zum Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier die\nRezension der Freien Psychotherapie vom Heft 4\/11:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDieses Buch\nder Diplom-P\u00e4dagogin, Heilpraktikerin und Entspannungs- und Atemtherapeutin\nMathilde Zeidler ist sowohl ein St\u00fcck Weltgeschichte als auch Kulturgeschichte\nin Verkn\u00fcpfung mit Episoden aus 28 verschiedenen Lebensgeschichten. Sie stellt\nin all ihren Protagonisten kleine Schnipsel aus einer deutsch-deutschen\nWirklichkeit vor, \u2026\u201c Weiter hei\u00dft es:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e28 Jahre\nBerliner Mauer zeigen unterschiedliche Bilder der Menschen dies \u2013 und jenseits\ndes \u201eantifaschistischen Schutzwalls\u201c. In den fr\u00fchen Jahren waren sich die\nMenschen irgendwie noch vertrauter, dann griff das System der DDR immer mehr in\ndas Privatleben der dort lebenden Personen ein, und der Leser sp\u00fcrt deutlich,\ndass alle beschriebenen Charaktere mehr und mehr unterschiedlichen Geistes\nKinder werden. Und allm\u00e4hlich findet wieder ein Umbruch in den K\u00f6pfen statt, da\nist dann pl\u00f6tzlich die tiefe Sehnsucht danach, dass zusammenwachsen soll, was\nzusammengeh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Vorwort\nkann man das human ausgerichtete Menschenbild erkennen, mit dem Mathilde\nZeidler Lebensgeschichten von Menschen betrachtet. Ihre jahrzehntelange Arbeit\nmit Menschen unterschiedlichster Herkunft und Schichten pr\u00e4gten dieses Bild.\nAls Dozentin bei den Paracelsus Schulen erlebte sie immer wieder, wie dankbar\ndie Teilnehmer sind, wenn sie aus ihrer Praxis Falle und den Therapieverlauf\nschilderte. Jeder Einzelne ist eingebettet in einen Kontext von\ngesellschaftlichem und politischem Handeln, In den \u201eMauerlieben\u201c berichtet sie\nvon unterschiedlichsten Menschen, von den individuellen Lebensweisen und ihrer\nLiebe zum Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Buch\nenth\u00e4lt eine Menge geschichtlicher Hintergrundinformationen, die jeder kleinen\nEpisode vorangesetzt werden. F\u00fcr etliche Leser ist das noch erlebte Geschichte,\nf\u00fcr j\u00fcngere Menschen nur noch Lehrstoff aus dem Geschichtsunterricht. Wie war\ndas noch gleich mit dem Vier-M\u00e4chte-Abkommen? \u2026usw. \u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Ende der\nRezension<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Drei Leichen im G\u00e4stezimmer <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>wurde als Abschlussarbeit zum Schriftstellerdiplom im Der Frankfurter literarische Lustgarten 2015 ver\u00f6ffentlicht. <\/p>\n\n\n\n<p>Aus dem\nInhalt:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch kann es\nnicht erkl\u00e4ren, wie diese drei Frauen, in der Bl\u00fcte ihres Lebens, zu Tode kamen\nund warum gerade jetzt, wo ich mit meinen Mietr\u00fcckst\u00e4nden zu tun habe und nicht\nwei\u00df, wann ich aus dieser Wohnung fliege. <\/p>\n\n\n\n<p>Fassungslos\nstehe ich in meinem G\u00e4stezimmer. Eigentlich ist es das sch\u00f6nste Zimmer in\nmeiner Wohnung. Zwei W\u00e4nde sind verglast, davor die offene Terrasse, die um das\nganze obere Stockwerk l\u00e4uft, zu der auch mein Eigent\u00fcmer Zugang hat. Ich gehe\nraus, frische Luft f\u00fcr meinen angespannten K\u00f6rper. Kleine Wolken schieben sich\nvor den blauen Himmel und warten auf die gro\u00dfe Kraft des Windes, der sie in die\nFerne treibt. \u2026.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Etwas sp\u00e4ter\nweiter:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e\u2026 Ich h\u00f6re\nseine Schritte, schnell zur\u00fcck zu meinen drei Leichen. <\/p>\n\n\n\n<p>Vorh\u00e4nge\nzuziehen, er soll sie nicht sehen. Er stellt sonst Fragen, ruft die Polizei.\nDie glauben, ich h\u00e4tte alle umgebracht. \u201cWieso haben sie keine Hilfe geholt?\u201c\n\u201eIch konnte keine Hilfe holen. Ich wusste nicht dass sie sterben werden. Bei\nzweien jedenfalls. Ich habe festgestellt, dass sie tot sind.\u201c \u201eWoran?\u201c \u201eSie\nhaben nicht mehr geatmet. Ihre Augen starrten zur Decke. Ich habe mich \u00fcber den\nMund gebeugt und keinen Atemzug gesp\u00fcrt. Das habe ich bei zwei Leichen gemacht.\nWie die dritte hier her kommt, kann ich mir nicht erkl\u00e4ren.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter\nweiter:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch muss sie\nverschwinden lassen. Aber wie? Ich rufe einen Bestatter an. Sie sollen sie\nabholen. Nein, nicht telefonieren, ich gehe auf die Stra\u00dfe. Am Ende der Stra\u00dfe gibt\nes ein Beerdigungsinstitut. \u201cIch m\u00f6chte, dass Sie drei Leichen abholen und in\neinen Sarg packen. Am besten, wenn es dunkel ist und keiner es sehen kann. Alle\ndrei auf einmal. Es sind schlanke Leichen, sie passen in einen Sarg. Der Deckel\nist hoch genug, es gibt reichlich Platz darin.\u201c Ein erstauntes Gesicht sieht\nmich an: \u201eWollen Sie mich auf den Arm nehmen? Jeder Sarg ist f\u00fcr eine Leiche,\nein Totenschein, ein Personalausweis, eine Krankenversicherung und alles andere\nbesprechen wir dann.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Nichts davon\nkann ich vorweisen. Ich sp\u00fcre den Asphalt unter meinen F\u00fc\u00dfen, habe Angst. Ich\nwill nicht in meine Wohnung zur\u00fcck. Vielleicht habe ich sie alle get\u00f6tet und\nwei\u00df nichts davon? Amnesie? Ich habe kein T\u00f6tungsmotiv, warum also t\u00f6ten? Ich\nkann aber auch nicht beweisen, dass ich es nicht war\u2026 \u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Die\nGeschichte nimmt dann einen nicht Verlauf, der nicht erwartet wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Mando zwischen Himmel und Erde, <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>in Kinder, Kinder! \u2013 Erinnerungen an die Kindheit<strong>, <\/strong>August von GoetheLiteraturverlag, Frankfurt am Main2014<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Text:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMando wuchs\nin keinster Weise gut beh\u00fctet auf. Sie war st\u00e4ndig allein und auf sich\ngestellt, verlebte den Tag mit den ihr aufgetragenen Arbeiten und konnte\nstundenlang auf ein goldgelb schimmerndes Weizenfeld schauen, in dem sich die\nblauen K\u00f6pfchen der Kornblumen und des roten Klatschmohns versteckten und\nzusammen mit den \u00c4hren einen romantischen Tanz vollf\u00fchrten. Dabei erahnte sie\nlustvoll deren Melodie.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz in der\nFerne, wo der Horizont die Erde k\u00fcsste und sich mit ihr in Liebe verschmolz,\nsah sie vorbeiziehende Vogelscharen auf ihrer langen Reise ins Nirgendwo. Sie\nfolgten scheinbar einer inneren Lebensuhr. <\/p>\n\n\n\n<p>In der\nstillen Einsamkeit w\u00fcnschte sich Mando, dass sich etwas Besonderes ereignen\nw\u00fcrde. Wenn sie dieses Naturschauspiel betrachtete, verschmolz sie mit ihrer\nUmgebung und glaubte, von ihr eingefangen zu sein. Mit den ziehenden Wolken\nwollte sie entfliehen in eine andere Welt, dahin wo alle ihre W\u00fcnsche in\nErf\u00fcllung gehen w\u00fcrden. Sie floss in Gedanken mit dem Wasser des nahegelegenen\nBaches in die unendlich scheinende Meeresflut, flog mit den V\u00f6geln zusammen zum\nHimmel, um ihn zu umarmen und zu k\u00fcssen. Sie erhoffte sich, ihren Vater einmal\nzu sehen, der vor ihrer Geburt im Krieg gefallen war.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Im weiteren\nVerlauf ereignet sich viel. Das ungew\u00f6hnliche Alltagsleben eines kleinen\nM\u00e4dchens wird geschildert. Mando erlebte in ihrem Umfeld trotz Gewalt und\nDem\u00fctigungen auch Anerkennung durch eine Person, die sich sch\u00fctzend ihrer\nannahm, ihre kreativen Seiten erkannte und f\u00f6rderte. Es ist meine Geschichte. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Rotznase<\/strong>, <\/p>\n\n\n\n<p>in Neue Literatur 2016\/2017 Seite 77, August von Goethe Literaturverlag Frankfurt am Main<\/p>\n\n\n\n<p>Eine kleine Liebesgeschichte. Aus dem Text:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs ist kalt \u2013 f\u00fchlbar kalt und mich durchzieht ein Schaudern, als ob ein\ngro\u00dfer Eiszapfen von der Halswirbels\u00e4ule aus sich langsam durch den ganzen Leib\nnach unten ausdehnt. Ein trichterf\u00f6rmiges Vakuum f\u00fcllt sich langsam mit\nEiswasser, das alle Hohlr\u00e4ume in meinem K\u00f6rper ausf\u00fcllt. Die K\u00e4lte dringt von\ninnen nach au\u00dfen, umfasst meinen ganzen K\u00f6rper, der sich im Sch\u00fctteln hin und\nher bewegt und dadurch W\u00e4rme erzeugt. <\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend mein K\u00f6rper sich dem Kampf zwischen Abwehrkr\u00e4ften und Bakterien\nhingibt, weder Sieg noch Niederlage abzusehen ist, k\u00e4mpft meine Freundin Monika\nmit den gro\u00dfen Fenstern, um sie zu schlie\u00dfen. In meinen Ohren ist das F\u00e4llen\neines Baumes zu h\u00f6ren. Mein Leiden ignoriert sie sichtlich Sie ist w\u00fctend auf\nmich und ich wei\u00df auch warum.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter hei\u00dft es:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eVon meinem Bauch zieht ein Gef\u00fchl von Z\u00e4rtlichkeit den R\u00fccken hinauf,\nals ich ihn sehe. Er setzt sich an mein Bett, nimmt meine Hand und fragt mich:\n\u201eWie geht es dir jetzt? Bald kannst du wieder die freche, kleine Rotznase sein,\ndie du immer gern spielst.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin zu schwach, um mich dar\u00fcber aufzuregen. Ich l\u00e4chle. Er beugt sich\n\u00fcber mich und k\u00fcsst meine Stirn. \u201eWenn du dich am Sonntag gut f\u00fchlst, kannst du\nmitkommen. Wir feiern auf der Pferdekoppel meinen Geburtstag.\u201c Ich will gar\nnicht wissen, wie alt er ist, denn ich wei\u00df, dass er zu alt f\u00fcr eine 18j\u00e4hrige\nist. Aber ich will dieses Gef\u00fchl genie\u00dfen, so lange es anh\u00e4lt: Wie in einem\nsicheren Boot, das durch sch\u00f6ne Landschaften treibt, gefolgt von bunten\nSchmetterlingen\u2026\u201c <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Ferrari und das Rote Kreuz<\/strong>, <\/p>\n\n\n\n<p>Das gro\u00dfe Vorlesebuch 2017, Von Zwergen, Hexen und anderem Allt\u00e4glichen, August von Goethe Literaturverlag Frankfurt am Main, Seite 185<\/p>\n\n\n\n<p>Aus dem Text:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAch, du dickes Ei! Heute ist wieder einmal Ostern, Ich sitze im warmen\nWohnzimmer und \u00fcberlege, was ich heute tun will. Es gibt viele M\u00f6glichkeiten,\ndie ich nach meiner Lieblingsskala von 1 bis 10 abw\u00e4ge. Ostern ist das Fest der\nAuferstehung und ich denke daran, wie ich als Kind und Jugendliche den\nOstersonntag verbrachte. Morgens war der Gang zur Kirche obligatorisch. Das\n\u201eHalleluja\u201c wurde mit Inbrunst gesungen, da die letzten Wochen, was das Essen\nbetraf, mager ausfielen. Die Fastenzeit war vor\u00fcber und die Mutter war den\nganzen Vormittag mit Kochen besch\u00e4ftigt. Der Karfreitag war der schlimmste Tag\nim Jahr. Es gab zum Fr\u00fchst\u00fcck warme Milch mit Haut, zum Mittag Fischsuppe mit\nMakkaroni, am Nachmittag geplatzten Mais, den man heute Popcorn nennt. Nirgends\nkonnte man hin. Die Kinos waren geschlossen, denn es w\u00e4re eine Tods\u00fcnde\ngewesen, wenn man sich an diesem Tag vergn\u00fcgen w\u00fcrde. So machten die Menschen,\ndenen man begegnete, dementsprechend traurige und missmutige Gesichter.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber am Ostersonntag, da gab es f\u00fcr jedes Kind einen Korb voll bunter\nOstereier und eine gro\u00dfe Blockschokolade. Vor dem Kirchgang konnten wir Kinder\neine Runde Eierwerfen spielen, denn, wer das Ei auffing, durfte es essen. Viele\nlandeten auf dem Boden Sie zerbrachen und das bisschen Staub und Dreck an den\nEiern wurde einfach weggepustet. <\/p>\n\n\n\n<p>Drau\u00dfen sind es 12 Grad und das am 27. M\u00e4rz 2005. Das Osterfest ist\ndieses Jahr sehr fr\u00fch. Meine Gedankeng\u00e4nge werden j\u00e4h unterbrochen, als das\nTelefon klingelt. \u201eFrohe Ostern, liebe Mama, was machst du heute an diesem\nsch\u00f6nen Tag?\u201c, fragt die sich r\u00e4uspernde Stimme meines Sohnes. Ich will\nantworten, als sein dreij\u00e4hriger Sohn im Hintergrund zu h\u00f6ren ist. Er spricht\ndeutlich und klar, w\u00e4hrend sein einj\u00e4hriger Bruder sich an den Selbstlauten\nerfreut. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin mit vier Enkelkindern gut gesegnet und erfreue mich nicht nur mit\nden kleinen, sondern auch den gro\u00dfen, die schon 11 und 16 Jahre alt sind. \u201eAch,\ndu bist es\u201c, t\u00f6ne ich fr\u00f6hlich und betont unbefangen, um nicht meine etwas\ntraurige Stimmung zu zeigen. Ich vermeide, Vorw\u00fcrfe zu machen, denn ich w\u00e4re\njetzt auch gern in der Familienrunde.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter im Text:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e\u201cWas macht ihr denn so? Ein leises St\u00f6hnen ist am anderen Ende zu\nvernehmen: \u201eWir sind schon, wie immer\u201c, dazwischen ein fr\u00f6hliches Lachen,\n\u201eeinige Stunden wach, haben die Ostereiner f\u00fcr die Kinder versteckt, und \u2026\u201c Aus\ndem Hintergrund ruft es: \u201eOmi, h\u00f6rst du das Auto?\u201c Brumm \u2013 brumm \u2013 brumm ist zu\nh\u00f6ren, dann ein surrendes gleichm\u00e4\u00dfiges Ger\u00e4usch. \u201eEin Ferrari, Omi, h\u00f6rst du?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eF\u00e4hrst du den Osterhasen spazieren?\u201c Ein herzhaftes Kinderlachen: \u201eNein,\nder Osterhase hat mir den Ferrari gebracht und ist noch zu anderen Kindern\ngegangen. Er hatte keine Zeit.\u201c Ich wei\u00df nat\u00fcrlich, dass der zweiter Gro\u00dfvater\nAutos in jeglicher Form liebt und seit der Geburt der Kleinen st\u00e4ndig Autos\nschenkt, als ob es nichts Kreativeres als Autos gibt. Diese sind massenhaft in\njeglicher Ausf\u00fchrung im Kinderzimmer. Beim Spiel werden sie schlangenf\u00f6rmig\nhintereinander gestellt und jedes einzelne Zentimeter um Zentimeter nach vorne\nbewegt. Beim Schieben geht die kleine Kinderhand sehr sorgf\u00e4ltig vor, damit die\nSchlange exakt aussieht. Dabei ist ein leises \u201eBrumm \u2013 brumm \u2013 brrrr \u2013brrrrr in\nverschiedenen H\u00f6henlagen zu h\u00f6ren. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich liebe es, seine Autoreihe in Unordnung zu bringen, ganz aus Versehen,\num zu sehen, wie er reagiert. Er schaut mich zuerst m\u00fcrrisch, dann skeptisch\nund anschlie\u00dfend bemitleidenswert an, so, als ob ich ein wenig dusslig bin im\nUmgang mit seinem Lieblingsspielzeug.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter folgt:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOmi, wenn du kommst, dann kannst du das Auto sehen\u201c, sagt der Enkel\nvoller Stolz. \u201eJa, das werde ich!\u201c \u201eHorch!\u201c Ich h\u00f6re ein rasselndes Ger\u00e4usch im\nHintergrund, als ob ein batteriebetriebenes Fahrzeug am anderen Ende der\nLeitung herumf\u00e4hrt. \u201eOh, das h\u00f6rt sich ja eigenartig an, was ist denn das?\u201c,\nfrage ich. \u201eDas ist ein ferngesteuertes Auto.\u201c Ich fasse es nicht, was soll aus\ndem Kind werden, frage ich mich sorgenvoll.<\/p>\n\n\n\n<p>11 Jahre sp\u00e4ter. Mein Enkel ist mit seinen 14\nJahren ein kluger, junger Mann mit musischen Interessen. Ich frage ihn, was der\ndenn einmal werden will. \u201eJa, ich habe mir \u00fcberlegt, dass der Opi immer\nMenschen geholfen hat, du hilfst immer noch Menschen und meine Papa auch. Ich\nglaube, ich gehe einmal zum Roten Kreuz.\u201c Na dann, denke ich, er ist doch gut\ngeraten, dank seiner Eltern und \u2013 nat\u00fcrlich&nbsp;\n&#8211; auch mir.\u201c&nbsp; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mauerlieben,\u00a028 Berliner Liebesgeschichten vom Mauerbau bis Mauerfall, 2010 bis 2016, im R.G. Fischer Verlag. Es handelt von Menschen aus der Zeit, als die Mauer Ost- und Westberlin teilte. Vor jede Geschichte habe ich die politische Situation Ost- und Westdeutschlands vorangestellt.\u00a0Das Buch kann nur noch \u00fcber mich bezogen werden. Eine Neuauflage ist angedacht. 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