{"id":142,"date":"2019-03-27T14:14:04","date_gmt":"2019-03-27T13:14:04","guid":{"rendered":"https:\/\/mathildezeidler.de\/?page_id=142"},"modified":"2021-05-23T16:01:07","modified_gmt":"2021-05-23T14:01:07","slug":"fachartikel","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/mathildezeidler.de\/?page_id=142","title":{"rendered":"Fachartikel"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Ein\nPl\u00e4doyer f\u00fcr Psychodrama; Freie Psychotherapie 1\/2008<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ausz\u00fcge aus\ndem Text<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cDer Weg zum Heilen ist nicht Schmerzen zu heilen, zu lindern, sondern\nMisstrauen in Vertrauen verwandeln.\u201d Karlfried Graf D\u00fcrckheim, Psychotherapeut\n(1896 &#8211; 1988)\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter im Text<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMeine Intention, Psychodrama in der Therapie anzuwenden und nun auch zu\nlehren, kam aus meiner biographischen Entwicklung und einem Grundverst\u00e4ndnis,\ndass wir Menschen mit all den M\u00f6glichkeiten von Spontaneit\u00e4t und Kreativit\u00e4t\ngeboren werden. Jeder Mensch hat von Geburt an nicht nur die F\u00e4higkeit, einen\nSinn f\u00fcr zwischenmenschliche Beziehungen, sondern auch ein Mitgef\u00fchl f\u00fcr andere\nMenschen und f\u00fcr andere Situationen zu entwickeln. Vom ersten Augenblick\nunseres Lebens stehen wir in Interaktion und in einer wechselseitigen\nBeziehung. Wie sich diese Beziehung gestaltet, ist beeinflusst von der\nbiographischen Entwicklung den Bezugspersonen sowie dem sozialen Umfeld. So\nkann das Vertrauen zu sich und zu seinen Mitmenschen unterschiedlich\nausgebildet oder auch gest\u00f6rt werden. Die Vertrauensentwicklung (Empathie) zu\nsich und zum anderen ist jedoch die Basis, auf der wir Vertrauen oder\nMisstrauen bis hin zu \u00c4ngsten entwickeln k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Kind erlebt seine Umgebung immer als Normalit\u00e4t, egal wie sie sich\nauch gestaltet. Seine erlernten Verhaltensmuster sind oft Notl\u00f6sungen, um sein\n\u00dcberleben zu sichern. In der Lebenswirklichkeit eines Erwachsenen sind sie dann\nunangemessen. Die angeborene F\u00e4higkeit f\u00fcr Spontaneit\u00e4t, Offenheit und\nKreativit\u00e4t kann deshalb mehr oder weniger gest\u00f6rt sein.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Weiter im Text<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEntstehungshintergrund des Psychodramas<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wort <strong>\u201cPsychodrama\u201d <\/strong>setzt sich zusammen aus <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Psyche<\/strong>&nbsp;\n= (griechisch) Seele, ein Komplex aus Seele, Geist, Gem\u00fct und Verstand\nsowie <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Drama<\/strong> = (griechisch) Handlung, d.h.\njede Art von Theaterst\u00fccken wie Trag\u00f6die, Kom\u00f6die, Tragikkom\u00f6die, Posse, Farcen\n(billige Scherze). <\/p>\n\n\n\n<p>Der Wiener und amerikanische Arzt und Psychiater Jakob Levy Moreno (1889\n&#8211; 1974) gilt als der Pionier der Gruppenpsychotherapie. Er befasste sich mit\nder sozialen Dimension von pathologischen Zust\u00e4nden. Er soll zu Dr. Freud,\nVater der Psychoanalyse (1856 &#8211; 1939), gesagt haben: \u201cWo sie aufh\u00f6ren, beginne\nich.\u201d Sein wissenschaftliches Konzept des Psychodramas, das er 1925 in den USA\nbegr\u00fcndete, basiert auf der Kreativit\u00e4ts- und Spontaneit\u00e4tstheorie, seinem\nRollenkonzept und seiner Erkenntnis von Katharsis. Probleme der Gegenwart, die\nden Menschen in seinen sch\u00f6pferischen F\u00e4higkeiten hemmen und blockieren werden\nin Szene gesetzt und rational sowie emotional transparent gemacht. Spielerisch\nwird durch spontane Impulse das innere Leben wiedergegeben, ein Denkprozess\neingeleitet und Erlebbares in neues kreatives Handeln umgesetzt. <\/p>\n\n\n\n<p>Die soziale Notlage vieler Kinder w\u00e4hrend des ersten Weltkrieges und\ndanach waren Anlass, sein Hauptaugenmerk zuerst auf sie zu richten. Er\nveranstaltete in Wiener Parks Stegreif- und M\u00e4rchenspiele mit Kindern, gr\u00fcndete\n1921 in Wien ein Stehgreiftheater. Seine wissenschaftlichen Aufzeichnungen \u00fcber\ndas Verhalten der Kinder, deren Spontaneit\u00e4t, Kreativit\u00e4t und der F\u00e4higkeit,\nsich mitf\u00fchlend zu verhalten, konnten im Stehgreiftheater aufgegriffen,\ngespielt und in Handeln umgesetzt werden. Er arbeitete mit Erwachsenen und\nstellte fest, dass dieses urspr\u00fcngliche Verhalten, wie es bei Kindern noch\nausgepr\u00e4gt war, ganz oder teilweise verloren zu sein schien. Als er Erwachsene\naufforderte Kinder zu spielen, konnte er feststellen, dass Blockaden und\nWiderst\u00e4nde auftraten, diese durch das Spiel gel\u00f6st und ihre Spontaneit\u00e4t und\nKreativit\u00e4t wieder zum Leben erweckt wurde. Alte Verhaltensmuster konnten\ngekl\u00e4rt und neues Verhalten einge\u00fcbt werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Jakob Levy Moreno erkannte, dass es einen \u201cTeleprozess\u201c, \u00e4hnlich der\n\u00dcbertragungssituation, gibt. Hier werden Teilwirklichkeiten erfasst, d.h.\nverdr\u00e4ngte Konflikte spiegeln sich in Handlungsmustern des Erwachsenen wieder.\nDurch Rollenspiele k\u00f6nnen alte Handlungsmuster transparent gemacht, verdr\u00e4ngte\nGef\u00fchle erlebt, erfahren und in neue Begegnungen umgestaltet werden. Begegnung\nist immer etwas Lebendiges, das zur Gestaltung dr\u00e4ngt. \u201cAlles Leben ist\nBegegnung\u201d, Martin Buber, Theologe und Philosoph, (1878 &#8211; 1965).\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter im Text<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIn Jakob Levy Moreno\u00b4s Psychodrama steckt ein umfassendes Verst\u00e4ndnis\nvom Menschen, seinen vielf\u00e4ltigen Lebens-Rollen und seiner Welt in der er lebt.\nDenn die Seele hat, wie auch der K\u00f6rper, Selbstheilungskr\u00e4fte, die zur Heilung\ndr\u00e4ngen.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>\u201cPsychodrama\u201d ist <\/p>\n\n\n\n<p>eine Psychotherapie mit gestalterischem Handeln, eine \u201cSeelen-Handlung\u201c.\nEs ist ein Handlungs-Lernen, da die inneren Konflikte durch \u201cHandeln in\nBeziehungen\u201d gel\u00f6st werden und es dadurch zu einer befreienden Katharsis (griechisch:\nReinigung) kommt. Psychodrama ist therapeutisch klar aufgebaut und wird als\neine effektive Form psychotherapeutischer Kurztherapie bezeichnet. Sie\nverbindet diagnostische und therapeutische M\u00f6glichkeiten und kann einzeln oder\nin einer Gruppe stattfinden.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Der Prozess der Therapie hat drei Phasen:<\/p>\n\n\n\n<p>1. Gegenwart: \u00dcber die aktuelle Belastungssituation wird ein spontanes\nSpiel in Szene gesetzt. <\/p>\n\n\n\n<p>2. Vergangenheit: Ursprungs-Konflikte werden transparent und erlebbar\ngemacht = emotionale Erfahrungen<\/p>\n\n\n\n<p>3. Gegenwart: In der aktuellen Belastungssituation = Ausgangssituation\nwird neues Handeln geprobt. Dieses Probehandeln dient als Br\u00fccke zwischen alten\ndestruktiven und neuen kreativen Verhaltensweisen. Rationale Einsicht und\nemotionale Erfahrung werden in gegenw\u00e4rtiges Handeln umgesetzt. <\/p>\n\n\n\n<p>Ziel: Katharsis <\/p>\n\n\n\n<p>Abwehrmechanismen, Blockierungen&nbsp;\nund Widerst\u00e4nde k\u00f6nnen mit dieser Handlungs-Methode viel leichter\nwahrgenommen werden als wenn nur theoretische Einsichten da sind, wie in der\nverbal durchgef\u00fchrten Psychotherapie. <\/p>\n\n\n\n<p>Weiter geht es im Text mit den <strong>Techniken\ndes Psychodramas<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Die Behandlung einer Angstst\u00f6rung mit der Dynamischen Atemtherapie; Freie Psychotherapie; 1\/2014<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ausz\u00fcge aus\ndem Text:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eAktuelle Problematik. <\/strong>Ich erfuhr, dass Frau A. seit dem Tod ihres\nMannes vor 5 Jahren, zeitweise und anfallsartig an Atemnot, Schwei\u00dfausbr\u00fcchen,\nHerzrasen, Zittern, panischer Angst vor dem Alleinsein, innerer Unruhe und\n\u00dcbelkeit leidet, das sich im Laufe der Zeit steigerte. Seit dem Tod der Mutter\nvor 2 Jahren kamen noch Schlafst\u00f6rungen dazu. Sie f\u00fchlte sich m\u00fcde, abgespannt\nund \u201eausgelaugt\u201c. Sie war seit einiger Zeit krankgeschrieben, da sie sich bei\nihrer Arbeit mit pflegebed\u00fcrftigen Menschen \u00fcberfordert f\u00fchlte, ganz besonders\nbei einer Dame, die sie als sehr eigenwillig bezeichnete. Bei ihr hatte sie oft\ndas Gef\u00fchl, als ob ihr der Hals zugedr\u00fcckt werden w\u00fcrde. Wenn sie allein war,\nhatte sie panische Angst, dass etwas passieren k\u00f6nnte. Auf Nachfragen, was denn\npassieren k\u00f6nnte, sagte sie unter Weinen, dass ihre Schwester verungl\u00fccken\nk\u00f6nnte oder sie selbst umfallen w\u00fcrde und keiner da w\u00e4re, ihr zu helfen. Sie\nwar seit zwei Jahren bei einer Neurologin und mit Psychopharmaka versorgt. Ihre\nAngstzust\u00e4nde h\u00e4tten sich jedoch soweit verschlimmert, dass sie bef\u00fcrchtete, keine\nLuft zu bekommen und ersticken zu m\u00fcssen. Diese h\u00e4tte ihr deshalb geraten, sich\nbei einer Atemtherapeutin mitbehandeln zu lassen.\u201c&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Unter weiter\nim Text:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eBefunde<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Frau A. wirkte \u00e4u\u00dferlich modern und gut gekleidet, konnte sich gut artikulieren und hielt Blickkontakt zu mir. W\u00e4hrend ihrer Schilderungen weinte sie, entschuldigte sich daf\u00fcr, \u00e4u\u00dferte die Bef\u00fcrchtung, dass sie verr\u00fcckt werden k\u00f6nnte. Sie war bewusstseinsklar und gut orientiert. Seit zwei Jahren war sie wegen dieser Angstst\u00f6rung in psychiatrischer Behandlung und medikament\u00f6ser Therapie. Ihre Erkrankung wurde als Phobische St\u00f6rung (F 40) eingestuft. Ihr war bewusst, dass der Ursprung ihrer Krankheit in ihrer Familiengeschichte liegen k\u00f6nnte.&nbsp;&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Ich machte\nmit Frau A. eine atemtherapeutische Diagnose, die in meinem Fachbuch\n\u201eDynamische Atemtherapie f\u00fcr ein dynamisches Leben\u201c auf Seite 59 bis 68\nausf\u00fchrlich dargestellt wird. Ihr Atemmuster war wenig ergiebig, es war\nkurzatmig, stockend, die Dynamik im Bauchraum und an den Flanken gering.&nbsp; Die Muskulatur im Schulter- und Nackenbereich\nf\u00fchlte sich wie ein Panzer an. Frau A. hatte enormen Leidensdruck.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Und weiter\nim Text:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verlauf <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Frau A. erfuhr sich mit K\u00f6rper\u00fcbungen aus der Dynamischen Atemtherapie. Sie lernte ihr derzeitiges biographisches Atemmuster kennen und akzeptieren. Durch die Arbeit am Atem drang sie zu den tiefen Schichten ihrer Pers\u00f6nlichkeit vor, dem Zusammenspiel zwischen Atmung und Bewegung, Gedanken und Gef\u00fchlen, Muskeln und dem Stoffwechsel. Die Wirkung der \u00dcbungen ber\u00fchrte sie im Innersten und sie konnte sich auf ihre Empfindungen einlassen, die sie in ihrem Leben weitgehend verdr\u00e4ngt hatte. Sie lernte, den Schmerz, die Wut, die Angst und die Trauer anzunehmen, mit ihnen umzugehen, um sie los zu lassen. Langsam wurden die Angstanf\u00e4lle geringer und k\u00fcrzer\u201c<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Leben mit einer Demenzerkrankung<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p><strong>(inhaltlich aus dem Praxishandbuch von Mathilde Zeidler, Demenzerkrankungen verstehen und behandeln, ML Verlag, 2020)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Demenzerkrankungen kommen in allen Schichten unserer Gesellschaft vor. Laut Sch\u00e4tzung der Alzheimer Gesellschaft haben in Deutschland 1,5 Millionen Menschen eine Verdachtsdiagnose auf ein demenzielles Syndrom. Kaum eine andere Erkrankung wirft so viele Fragen auf, da sich schleichend das Erinnerungsverm\u00f6gen und das Kurzzeitged\u00e4chtnis verschlechtern, Orientierungs-, Sprach- und Schluckst\u00f6rungen auftreten k\u00f6nnen und die Einsicht- und Entscheidungsf\u00e4higkeit, was die Vorsorge auf zuk\u00fcnftiges Handeln im Alltag betrifft, langsam schwindet. Rund 80 % der Erkrankten werden von ihren Angeh\u00f6rigen versorgt. Die mit der Erkrankung einhergehenden Verhaltensauff\u00e4lligkeiten belasten die Angeh\u00f6rigen. Ohne das Wissen um diese Erkrankung und der einhergehenden Pers\u00f6nlichkeitsver\u00e4nderungen kann es sie an den Rand ihrer Lebenskraft bringen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unterteilung der Demenzarten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft sind die Lewy-K\u00f6rper-Demenz, Frontotemporale Demenz, Vaskul\u00e4re Demenz und Alzheimer Demenz, au\u00dfer der Sekund\u00e4ren Demenz nicht heilbar, aber man kann den Verlauf mit Medikamenten und naturheilkundlicher Behandlung hinausz\u00f6gern, denn an Demenz verstirbt man nicht. Die h\u00e4ufigste Form ist die Alzheimer Demenz. Die Grundlagen der Demenzerkrankungen finden sie in meinem Praxishandbuch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00dcberlastung der pflegenden Angeh\u00f6rigen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In meiner Naturheilpraxis kamen haupts\u00e4chlich weibliche Lebenspartner von Demenzerkrankten zu mir. Sie kamen aus einem Leidensdruck heraus, litten unter k\u00f6rperlichen Symptomen wie Schlaf-, Herzrhythmus-, Gehst\u00f6rungen und Kopfschmerzen und berichteten, welchen Arzt sie schon aufgesucht hatten. Es stellte sich heraus, dass sie unter einer \u00dcberlastung der h\u00e4uslichen Situation litten. \u201eEs wird mit meinem Mann immer schlimmer und ich wei\u00df nicht, wie es weitergehen soll.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausschlussdiagnose Alzheimer Demenz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Abkl\u00e4rung durch den Facharzt mit der Diagnose \u201enach ICD 10 Alzheimer Demenz\u201c war meistens schon erfolgt. Jetzt wurde \u00fcber ihre Krankenkasse der Medizinische Dienst beauftragt, einen Hausbesuch durchzuf\u00fchren, um den Pflegegrad zu bestimmen, um Pflegegeld zu erhalten und Hilfeangebote annehmen zu k\u00f6nnen. Die Partnerin bef\u00fcrchtete, der Partner k\u00f6nnte in seiner Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung behaupten, dass er alles allein schaffe und keinerlei Hilfe ben\u00f6tige. Sie wolle doch ihren Ehemann nicht schlecht darstellen. Ich ermutigte die Angeh\u00f6rige, wie wichtig es sei, dabei zu sein und ihre eigene Einsch\u00e4tzung darzulegen. Eine enge Verwandte oder auch ich k\u00f6nne ihr zur Seite stehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Tagesablauf mit einem Demenzerkrankten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich lie\u00df mir den Tagesablauf erkl\u00e4ren: Die Lebensgef\u00e4hrtin leitet den Partner rund um die Uhr an und besch\u00e4ftigt sich mit seiner Betreuung: Dem Anziehen, der K\u00f6rperpflege, achtet darauf, dass die Vorlagen gut sitzen, kontrolliert die Tabletteneinnahme, regt den Partner zum Wasser trinken an, macht ihm das Fr\u00fchst\u00fcck, das Mittagessen, das Abendbrot. Sie nimmt wahr, wenn er m\u00fcde ist, hilft ihm, sich hinzulegen und beruhigt ihn, wenn er unruhig wird. Wenn der Bewegungsdrang st\u00e4rker wird, geht sie mit ihm nach drau\u00dfen, damit er herumlaufen kann. Sie wei\u00df, dass er mit seinem schlurfenden Gang nicht weit kommt und beide gehen zur\u00fcck. Bei einem Menschenandrang nimmt sie ihn an der Hand, damit er nicht verloren geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Um seine Restkr\u00e4fte aufrechtzuerhalten, beteiligt sie ihn an den Alltagsverrichtungen, bis es nicht mehr geht. Kann er noch Geschirr abtrocknen, Staub saugen, sein Bett beziehen? Sie gibt ihm Anerkennung, auch wenn bei der Verrichtung einiges zu Bruch geht. Sie beruhigt sich, indem sie sich sagt, dass er krank ist und nichts daf\u00fcr kann. Im n\u00e4chsten Augenblick hat er ohnehin alles vergessen. Wenn sie ihn tadelt, kann er aggressiv und f\u00fcr kurze Zeit unberechenbar werden, sodass sie Angst bekommt. Scheibchenweise gibt sie ihm Anweisungen, damit er nicht \u00fcberfordert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Lebenspartnerin hat im Laufe der Zeit viele Aufgaben ihres Mannes \u00fcbernehmen m\u00fcssen. Bei ankommender Post passt sie auf, dass diese nicht in Schubladen verschwindet, sowie, dass Rechnungen bezahlt und Termine eingehalten werden. Sie hilft ihm, alle Termine in seinem Kalender einzutragen. Sie fragt beim Fr\u00fchst\u00fcck nach dem Tag, dem Datum, bespricht mit ihm den Tagesablauf, auch wenn er ihn kurz danach vergisst. Die Partnerin ist in eine sorgende und betreuende Mutterrolle gekommen. Es f\u00e4llt ihr schwer, diese Rolle immer auszuf\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Entlastung f\u00fcr die pflegende Angeh\u00f6rige<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was kann eine pflegende Angeh\u00f6rige f\u00fcr sich tun, um sich zu entlasten? Nicht diskutieren, denn das hat keinen Sinn. Der Erkrankte wei\u00df in der Regel gar nicht mehr, was vorher besprochen wurde und wird dadurch verunsichert und aggressiv. Mit einer validierenden Kommunikation kann sie die emotionsgeladenden \u00c4u\u00dferungen mildern und beruhigen. Sie k\u00f6nnte im Laufe der Zeit gesundheitsf\u00f6rdernde Entspannungsverfahren, wie sie in meinem Praxishandbuch dargestellt werden, erlernen, um sie danach zu Hause allein durchzuf\u00fchren. Um die Lebenskraft zu erhalten oder zu steigern, k\u00f6nnte ihr eine K\u00f6rperbehandlung mit Shiatsu oder einem nonverbalem Atemgespr\u00e4ch gut tun. Die k\u00f6rperliche Zuwendung durch ihren Partner ist gering, da er immer mehr in sich und in der Vergangenheit versingt. Diese Behandlungsmethoden wurden immer gern angenommen. Wichtig w\u00e4re auch, tags\u00fcber den Demenzerkrankten in einer Tagespflege unterzubringen, um sich zu entlasten. Es besteht ein Fahrdienst der Tagespflege, sodass gewiss ist, dass er dort ankommt. Geistige und k\u00f6rperliche Anregungen durch Fachleute k\u00f6nnen sein Denken, F\u00fchlen und Handeln aktivieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das h\u00e4usliche Umfeld des Erkrankten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Um den Erkrankten in seiner h\u00e4uslichen Situation kennenzulernen, machte ich einen Hausbesuch. Ich bekam Zugang zu den Empfindungen des Demenzerkrankten, indem ich ihn nach seiner Herkunft, seiner Biographie befragte, die er m\u00fchelos beantworten konnte. Ich sp\u00fcrte, dass er Vertrauen fasste und ich ihn mit seinen geistigen, seelischen und k\u00f6rperlichen St\u00e4rken und Schw\u00e4chen verstehen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Laufe der Zeit kamen beide in meine Sprechstunde und ich konnte sie durch den Krankheitsverlauf des Demenzerkrankten begleiten, beraten und behandeln. Das Ziel der Betreuung und Behandlung sollte sein, ein k\u00f6rperliches und seelisches Wohlbefinden des Erkrankten und einen menschenw\u00fcrdigen Umgang innerhalb der Partnerschaft zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Weg ist das ZIel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Demenzerkrankte sollte, solange es geht, in seiner gewohnten Umgebung belassen werden. Es sind jedoch hohe Anforderungen an die pflegende Angeh\u00f6rige, die nicht untersch\u00e4tzt werden d\u00fcrfen. Deshalb ist es auch verantwortungsvoll, ihn in eine Einrichtung unterbringen zu lassen und ihn dann regelm\u00e4\u00dfig zu besuchen. Stundenweise kann die Angeh\u00f6rige Hilfe f\u00fcr sich in Anspruch nehmen wie in einer Angeh\u00f6rigengruppe oder in einer Beratungsstelle. Sie k\u00f6nnte eine Therapie machen, um nicht krank zu werden, sodass sie f\u00fcr den Demenzerkrankten nicht mehr zur Verf\u00fcgung steht. Es gibt viele M\u00f6glichkeiten, die ich in meinem Praxishandbuch beschreibe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was ist rechtlich zu veranlassen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt k\u00f6nnen die rechtlichen Schritte gekl\u00e4rt werden, wenn es nicht schon geschehen ist, da im Laufe der Erkrankung die Einsichtsf\u00e4higkeit verschwindet und die Einsch\u00e4tzung \u00fcber die eigene Erkrankung nicht real \u00fcberblickt werden kann. Die Vorsorgevollmacht, die Betreuungs- und Patientenverf\u00fcgung, Testament- und Bestattungsplanung k\u00f6nnen selbst oder \u00fcber einen Notar erstellt werden. Ein Schwerbehindertenausweis kann ab Pflegegrad 3 beantragt und ein Euro Schl\u00fcssel f\u00fcr die \u00f6ffentlichen Toiletten besorgt werden, falls der Demenzerkrankte inkontinent ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Praxishandbuch Demenzerkrankte verstehen und behandeln<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es werden die Grundlagen zu Demenzerkrankungen dargelegt, die Unterst\u00fctzung aus der Naturheilkunde und Hinweise f\u00fcr Angeh\u00f6rige. Es werden praktische Wege aufgezeigt, um kommunikativ mit Achtung und Respekt dem Erkrankten zu begegnen und Aggressionen zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Anhand von Beispielen wird der Weg zur Diagnosestellung aufgezeigt, welche Medikamente notwendig werden und welche Unterst\u00fctzung aus der Naturheilkunde erfolgen kann. Die Validationsmethode von Naomi Feil wird ausf\u00fchrlich dargelegt, die auf dem Hintergrund von Rogers Kommunikationsregeln und den von Erikson entwickelten Lebensphasen entwickelt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Praxishandbuch eignet sich f\u00fcr \u00c4rzte, Heilpraktiker, Psychologen, Psychotherapeuten, alle im medizinischen und pflegenden Dienst arbeitenden Menschen, die einen praktischen Nutzen f\u00fcr ihre Arbeit daraus ziehen wollen. Das Fachbuch ist allgemein verst\u00e4ndlich gehalten, sodass auch alle interessierten Menschen die Demenzerkrankung verstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr Psychodrama; Freie Psychotherapie 1\/2008 Ausz\u00fcge aus dem Text \u201cDer Weg zum Heilen ist nicht Schmerzen zu heilen, zu lindern, sondern Misstrauen in Vertrauen verwandeln.\u201d Karlfried Graf D\u00fcrckheim, Psychotherapeut (1896 &#8211; 1988)\u201c Weiter im Text \u201eMeine Intention, Psychodrama in der Therapie anzuwenden und nun auch zu lehren, kam aus meiner biographischen Entwicklung und &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/mathildezeidler.de\/?page_id=142\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eFachartikel\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/mathildezeidler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/142"}],"collection":[{"href":"https:\/\/mathildezeidler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/mathildezeidler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mathildezeidler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mathildezeidler.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=142"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/mathildezeidler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/142\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":263,"href":"https:\/\/mathildezeidler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/142\/revisions\/263"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/mathildezeidler.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=142"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}